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Die Göttinger Tagung war eine Begegnung von Studentinnen, Lehrpersonal, Museumsmitarbeiterinnen, Sammlern und Händlern.
Es war deutlich, wie sehr sich Sammler, Wissenschaftler und Studenten unterscheiden. Während letztere diszipliniert das Zeitlimit ihres Vortrages einhielten, konnten die vortragenden Sammler und Sammlerinnen nur in wenigen Fällen ihre Begeisterung zügeln und überzogen mit geröteten Wangen selbstverständlich so lange es ihnen gefiel.
Bei der Planung der Vorträge, als ich die einzelnen Referenten ansprach, sagte mir - fast jede(r) -: aber bitte nur 15-20 Minuten, mehr kann ich nicht. Nur ein Sammler hat einen 15-minütigen Vortrag gehalten (ich hätte auch gerne noch mehr hören können), alle anderen näherten sich (zu Recht) eher den 35 Minuten.
Die Begeisterung der Vortragenden vermochte selbst, zunächst uninteressant erscheinende Themenbereiche zu erschließen.
Die mangelnde Zeitdisziplin wurde (zu Recht) von den Museumsmitarbeiterinnen - mehrmals angemahnt.
Wir sind einander begegnet.
Wir wissen jetzt, wer sich mit Schmuck weltweit, historischen Karten, Wurfmessern, Museumspädagogik etc. beschäftigt.
Wir wissen, wer die Kuratorinnen in Bremen, Braunschweig, Dresden, Frankfurt am Main, Göttingen und Hildesheim sind.
Wir wissen auch, dass Studium heute immer noch die gleiche Strapaze ist, wie vor 20-50 Jahren:
Alle Achtung an diejenigen, die dies täglich überstehen.
Unsere Universitäten sind leider keine Orte der Begegnung. Da lob ich mir unsere Museen!
Die Deutschen, ein Volk von Rückenkranken und Haltungsgeschädigten, nach diesem Wochenende kein Rätsel mehr.
Tagungen sind wie eine Welle. Wenn sie erst mal rollt, entsteht eine Dynamik, die ihren Lauf nimmt. Jeder einzelne Beitrag braucht seine Zeit, um sich entfalten zu können. Nach Tagesform der Vortragenden gelingt dies mal mehr und mal weniger. Dominiert die Zeit-Disziplin kann eine Tagung "erstarren", achtet man die Zeitvorgaben gar nicht, so kann sich Unruhe oder schlimmer Langeweile ausbreiten.
Das Programm in Göttingen war dicht, zu dicht.
Wir haben improvisiert und einzelne Vorträge spontan weggelassen und verschoben. Die nächsten Tagungen werden mehr Raum für Gespräch und Pausen einplanen.
Vielen Dank an unseren Vorstand Arnd Klinge für das anstrengende Zeit-Management!

Bild: Arnd Klinge, Vorstand und auch verantwortlich für die Einhaltung des Zeitplanes auf unseren Tagungen
(Dr. Andreas Schlothauer, Schwabstedt, 7.2.2009)